Wie alles begann...
Der geschichtliche Hintergrund des Jugend-Zirkus Robiano geht bis ins Jahr 1987 zurück. Die ganze Sache begann als ein vermeintlich einmaliges Projekt auf dem Robinson-Spielplatz in Frenkendorf. Nach der ersten Tournée war allen Beteiligten klar, dass es nicht dabei bleiben würde. Mittlerweile ist der Robiano zu einem „richtigen“ Zirkusunternehmen angewachsen. Anfangs wurde in einem gemieteten Zelt gespielt und die Reise von einem Spielort zum nächsten fand mit nur einem Zirkuswagen statt. Als nächsten Schritt löste man sich vom Betrieb des Robi-Spielplatzes und wurde selbständig. Immer mehr Zirkusangefressene liessen sich vom Robiano verzaubern und arbeiteten in irgendeiner Weise mit: als Trainer, Regisseuse, Adressenverwalter, Drucksachen-Layouterin, Zirkuswagen- oder Requisitenbauer, Telefonistin, Zeltbauer, Traktorfahrer, Lichtregisseur. Anfangs der dritten Saison wurde die Tonband-Begleitmusik durch die mittlerweile legendäre Robiano Zirkuskapelle ersetzt.
Der Jugend-Zirkus Robiano ist grösser und komplexer geworden, wir sind und bleiben aber „Der kleine Richtige...“.
Was soll denn dieser Zirkus?...
von Aernscht Heitz-Schwob*
Das Medium Zirkus eignet sich gut für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Ausgehend von der Faszination des Zirkus können neue Entfaltungsmöglichkeiten und Ausdrucksformen des Körpers entdeckt, ausprobiert und erfahrbar gemacht werden. In Mitspielaktionen und Trainingssituationen führen wir die Artistinnen und Artisten in die akrobatische und circensische Arbeit ein, wecken Spass und Spiellaune, Fantasie und schöpferische Gestaltungskraft und versuchen, diese in Bewegung und Ausdruck umzusetzen.
Der Jugend-Zirkus soll in keinem Fall eine Schnellbleiche sein, in welchem Kinder und Jugendliche zu SpitzenartistInnen ausgebildet werden. Vielmehr liegt das Hauptgewicht der Arbeit darin, gemeinsam mit den Kindern aus dem vielfältigen Zusammenspiel vieler kleiner und kleinsten Dinge, ein grosses Ganzes entstehen zu lassen.
Kinder bringen sportliche, musikalische, tänzerische und theatralische Fähigkeiten mit, die sie vielleicht bisher noch nicht entdeckt haben. Ein Zirkusprojekt ohne schulischen Druck kann ungeahnte, schlummernde Talente zu Tage bringen. Beste Voraussetzung für eine Zirkusvorstellung voller Überraschungen und Sensationen.
Plötzlich wird die Kleinste oder der Schwächste (getragen von den Grossen und Starken) als Spitze einer Menschenpyramide zum Höhepunkt einer Akrobatik-Nummer. Oder aus dem scheuen Schulkind wird eine freche Clownin oder ein frecher Clown, die/der es wagt den ZuschauerInnen die Zunge herauszustrecken...
Das ganzheitliche Zirkus(er)leben wird zu einem gemeinsamen Abenteuer ausserhalb des gewohnten Rahmens, welches allen Beteiligten hoffentlich lange in guter Erinnerung bleiben wird.
In einer Zeit, in welcher ein einziger Knopfdruck zur totalen Berieselung des ganzen Menschen führt, kann der Förderung von Erlebnispädagogik kaum genügend Beachtung geschenkt werden.
Das soll dieser Zirkus!
* Aernscht Heitz, Jugendarbeiter HFA, Initiant und langjähriger Produktionsleiter des Jugend-Zirkus Robiano
